Historisches Archiv der Profession Soziale Arbeit

Nachrichten aus 2015

Historisches Archiv wächst - Schenkung von Frau Elisabeth Seehusen

Dr. Claudia Wiotte-Franz und Michael Leinenbach im Archiv des DBSH

Im Juni 2015 erhielt das "Historische Archiv" des DBSH eine Schenkung bedeutsamer Unterlagen aus der Nachkriegszeit der Verbände des Nordens von Frau Elisabeth Seehusen.


"Die Unterlagen der Schenkung sind wesentliche Puzzele in der Aufarbeitung der Historie des DBSH", so Dr. Claudia Wiotte-Franz. Dank der Schenkung von Frau Seehusen können nun die Entwicklungen der unterschiedlichsten Berufsverbände und Berufsvereine nach dem Zweiten Weltkrieg in der britischen und amerikanischen Zone sowie die Versuche, einen gemeinsamen Verband zu gründen, nachvollzogen werden.
Auch beinhaltet die Schenkung die Tagungsdokumentation "40-Jahrfeier des Amtes für Familienfürsorge in Kiel" vom 29.09 bis 01.10.1960, die am Beispiel des "Kieler Modells", das zum Vorbild vieler Städte wurde, die Entwicklung und den Wandel der Aufgaben der Familienfürsorge Innern verschiedenen Referaten aufzeigte sowie weitere komplette Tagungsdokumentationen des DBSH Landesverband Schleswig-Holstein.
"Die Unterlagen im Original von Frau Seehusen bilden einen besonderen Schatz mit unschätzbaren Wert, der dem DBSH überlassen wurde", so der Bundesvorsitzende Michael Leinenbach.


Der DBSH bedankt sich recht herzlich bei Elisabeth Seehusen für die Schenkung der für den DBSH und dessen Verständnis in der eigenen Sache so wichtigen Originale.


Die Zeit ist gekommen - Soziale Arbeit beschäftigt sich mit ihrer dunkelsten Seite

Dr. Claudia Wiotte-Franz in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

(20.06.2015)

Das Berliner Institut für christliche Ethik, die Diakonie Deutschland, der Deutsche Caritasverbandes sowie das Diakonie Wissenschaftliche Institut hatten am 11. Juni zunächst zu einem wissenschaftlichen Symposium und später zu einer Gedenkveranstaltung unter dem Titel "Zwischen Anpassung und Widerstand: Soziale Arbeit (der Kirchen) während der NS-Zeit"  eingeladen. Als Vertretung des DBSH nahmen Dr. Claudia Wiotte-Franz und Michael Leinenbach Teil, die derzeit das "Historische Archiv" des DBSH aufbauen und das später für Bildungszwecke genutzt werden soll.

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Die Zeit ist gekommen - Artikel

Einblicke ins historische Archiv

Stand April 2015

Verfasst von Michael Leinenbach

 

Am Rande einer Arbeitstagung des DBSH konnten Funktionsträger des DBSH erste Einblicke über den Stand der Arbeiten im "historischen Archiv" des DBSH erhalten. Neben der Besichtigung des Archivraumes und der dort sortierten historischen Unterlagen sowie neu angelegten Bibliothek erläuterte Dr. Claudia Wiotte-Franz den Stand der Forschung. 

 

"Es ist uns wichtig die Verbandsgeschichte im Kontext der Entwicklung der Sozialpolitik, heißt vom "Almosenwesen" bis hin zur "Inklusion" zu sehen", so Dr. Claudia Wiotte- Franz. Nur die verbandliche Entwicklung zu betrachten ist, alleine durch die unterschiedlichsten Vorgängerverbände sowie die Ereignisse, die überhaupt eine Entstehung solcher Verbände ermöglichen, hier zu kurz gegriffen. Will man die Historie sowie deren Entstehung verstehen muss daher der Blick zurück geworfen und die unterschiedlichsten Entwicklungsphasen betrachtet werden.


4. Arbeitswochenende im historischen Archiv

(Stand März 2015)

 

So langsam geht's voran. Nachdem die Unterlagen der Bundesebene sortiert sind geht's nun an die Erstellung des historischen Ablaufes. Um jedoch die verschiedensten Prozesse in den Vorgängerverbänden nachvollziehen zu können, bedarf es der parallelen Betrachtung der jeweiligen Ereignisse der Zeit. So wirkte die Frauenbewegung im 19. Jahrhundert (u.a. die proletarische Frauenbewegung), die Bismarcks' sche Sozialgesetzgebung, der Erste und Zweite Weltkrieg und viele weitere Ereignisse und Epochen sich auf die Entstehung und Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit aus.

Nun heißt es das Puzzle nach und nach zusammen zu setzen um die Prozesse nachvollziehen zu können.

Parallel dazu werden die Landesverbände gesichtet:

Saarland

Die besondere Situation des Saarlandes zeigt wie auch in der deutschen Geschichte historische Unterschiede zum Bundesverband. Bereits 1920 bis 1935 war das „Saargebiet“ (so der damalige Name) unter der Verwaltung des Völkerbundes und hatte auch hier eine eigene Entwicklung. In dieser Zeit (1925) bestand auch bereits eine Landesgruppe Saarland des DVS unter dem Vorsitz von Olga Schmitz
Auch in den Jahren zwischen 1947 und 1957, zur Zeit der Autonomie des Saarlandes, wurde die Soziale Arbeit durch die besondere Situation zwischen Deutschland und Frankreich liegend geprägt.
Nach jetziger Kenntnis bestand in der Zeit des autonomen Saarlandes (1947 bis 1957) ein eigener Verband der „Saarländischen Sozialarbeiter“ („Berufsverband saarländischer Fürsorgerinnen e.V.“), der dann nach dem Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik in den DBS („Deutscher Berufsverband für Sozialarbeiter“) eintrat.

Hamburg

Der zweite Landesverband der gesichtet werden konnte war Hamburg. Interessant an Hamburg ist die aktive Mitwirkung in politischen Prozessen der Hansestadt. Ob zur Jugendhilfe, der Ausgestaltung von Einrichtungen, der Landesverband Hamburg war oft in Anhörungen, verfasste Resolutionen und führte Gespräche. Ein besonderes Augenmerk legte der Landesverband bereits immer schon auf die Kinder- und Jugendhilfe, der er sich sehr verbunden fühlt. Gleichzeitig gab es monatliche Vorträge und Weiterbildungen, Besuche von sozialen Einrichtungen in der Stadt, wurden vom Landesverband Bildungsreisen in Europa durchgeführt, Kollegen_innen nahmen an internationalen Kongressen teil. Auch hatte der Landesverband in seinen frühen Zeiten eine rege Nähe zu Gilde der Sozialen Arbeit. 
Sehr gut ist die Geschichte des LV Hamburg nach 1958 dokumentiert. Offen bleibt zunächst, was in den vorausgegangen Jahren war, u.a. die Landesgruppe Hamburg im DVS im Jahr 1930?


Mecklenburg-Vorpommern

Über den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern liegt abgeschlossene eine Chronik "DBSH Mecklenburg-Vorpommern 1990 -2010" von unserem Kollegen Klaus-Peter Glimm bereits vor. diese wurde bereits in die historische Bibliothek des DBSH aufgenommen.